So lief‘s in Wandsbek

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Mona Stockhede (l.) war die schnellste Frau am Sonnabend Fotos: th(2); Erhorn (1)

Wochenblatt-Reporter Marco Dittmer-Thielcke war beim ersten Halbmarathon dabei

1350 Läufer am Start, Hunderte Helfer auf der Strecke und Tausende Wandsbeker am Straßenrand – der HEK-Halbmarathon am Wochenende war Wandsbeks erste große Sportveranstaltung. Das Motto lautete: mitlaufen, miterleben und mitankommen. Auch Wochenblatt-Reporter Marco Dittmer-Thielcke zog sich am Sonnabend seine Laufschuhe an. Hier sein Lauf-Live-Bericht:
 
Wandsbek. Nicht nur für Wandsbek ist es der erste Halbmarathon, sondern auch für mich. Ich bin 31 und nehme mir oft vor, mehr Sport zu machen, hole aber zu selten meine Sportsachen aus dem Schrank. Für die Vorbereitung leistete ich mir einen Personal-Trainer, denn mitmachen ist eben nicht immer alles. Besser, wenn dabei noch eine gute Zeit herauskommt. Und so quälte ich mich wochenlang durch ein Trainingsprogramm, um am Sonnabend das Ziel in 1:40 Stunden zu erreichen, so die Vorgabe meiner Trainerin. Hunderte Jumps - Sprünge aus der Kniebeuge nach oben - und unzählige Squads - tiefe Hocke - brummte sie mir auf. Am Ende sagt sie: „Marco, wenn du die Zeit schaffst, bist du bereit für den Marathon, das Rennen für die großen Jungs.“

Vor mir läuft Karl-Heinz und alle wissen‘s

Die Veranstalter, die Hamburg Marathon GmbH, haben das Großevent gut organisiert. Die vielen Helfer sperren Straßen ab, reichen den Läufern Wasser und Bananen. Im Startfeld sehe ich auch Sportler mit Heliumballons, die über ihren Köpfen schweben und auf denen verschiedene Zeiten stehen: Folgt man dem Läufer mit dem 2:00-Ballon kommt man nach zwei Stunden ins Ziel. Wenn schon, denn schon – ich suche den 1:30-Ballon, kann ihn bis zum Startschuss aber nicht mehr erreichen.
Der Startschuss fällt pünktlich 18 Uhr. Kurz davor wird es gespenstisch ruhig. Die Läufer gehen kurz in sich, um sich auf die Strecke zu konzentrieren, eine tolle Stimmung.
Los geht‘s! Nach ein paar Kilometern haben viele Teilnehmer ihr Tempo gefunden und laufen in Grüppchen. Neben mir läuft Karl-Heinz. Die Vornamen der Läufer stehen unter der Startnummer, viele tausend Zuschauer feuern die Läufer an. Hübsche Idee. „Marco, weiter so. Karl-Heinz, du schaffst das“, schallt es schier endlos. Und motiviert mich!
Immer ein Auge auf der Uhr komme ich erstaunlich gut voran. Anders als eine Autofahrerin auf der Walddörferstraße, denn eine Fahrbahn ist für uns Läufer gesperrt, auf der anderen Seite staut sich der Verkehr. „Könnt ihr nicht normal um einen Sportplatz herum laufen?!“, schreit die sichtlich genervte Frau aus dem Fenster.
Interessante Vorstellung: 1.350 Läufer auf einem Sportplatz drehen 52 Runden. Auch das motiviert
auf den letzten Kilometern. Karl-Heinz und
ich passieren schließlich Kilometer 17. Hier finde ich ihn: den feinen Unterschied zwischen einem Alsterlauf und dem Wandsbeker Halbmarathon. Ab hier tut es weh. Aber wer gibt kurz vor Schluss auf? Kurz nach meiner angepeilten Zeit und kurz vorm Krampf in den Beinen erreiche ich das Ziel am Wandsbeker Markt, 1:41:39 Stunden. Eine Minute über Plan? Geschenkt. Ich melde mich zum Hamburg Marathon an.
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1 Kommentar
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Michèle Legrand aus Wandsbek | 24.09.2014 | 16:51  
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