Unentschieden wie eine Niederlage

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Adlers Michael Schumann (l.) kommt per Kopf vor Jan-Ole Rosenhauer an den Ball Foto: Thomas Hoyer
 
Jubel nach dem 1:0. Patrick Bub (2.v.l.) nimmt die Glückwünsche seiner Mitspieler entgegen Foto: Hoyer

Bittere Gegentore in der Schlussphase. Condor verschenkt 2:0-Führung

Von Thomas Hoyer
Farmsen/Barmbek
Heiko Klemme, Trainer der Bezirksligatruppe des SC Condor, war nach dem Schlusspfiff bedient. Soeben hatte seine Mannschaft beim SV UH/Adler einen sicher geglaubten Sieg verspielt. Nach 2:0-Führung und einer Reihe bester Einschussmöglichkeiten kassierte sein bis dahin in der Abwehr kaum gefordertes Team in den Schlussminuten zwei Tore. Doch ändern die beiden verschenkten Punkte nichts daran, dass die Farmsener mit einer starken Hinrunde die Erwartungen sogar übertroffen haben und als Tabellendritter weiter gut im Geschäft um einen Spitzenplatz sind.
Die erste Möglichkeit des in Durchgang eins ereignisarmen Spiels besaßen die Barmbeker nach 90 Sekunden, als Florian Simon mit einem Kopfball nach einer Ecke nur knapp das Tor verfehlte. Condors zunächst erfolglose Angriffsbemühungen brachten das gegnerische Gehäuse erstmals in der
14. Minute in Gefahr, als Jan-Ole Rosenhauer nach schönem Pass von Yannick Andersson aus zwölf Metern am gegnerischen Keeper scheiterte, der seinen Schuss per Fußabwehr zur Ecke lenken konnte.
180 Sekunden später verfehlte Melvin Krolikowski das Tor. Das allerdings waren auch schon die Höhepunkte einer relativ ausgeglichen schwachen ersten Halbzeit.
In der 59. Minute durften dann die Farmsener erstmals jubeln, als sich Patrick Bub ein Herz fasste, aus 20 Metern abzog und die Latte traf. Das zurückspringende Leder prallte gegen den Körper von UH-Keeper Robert Block und von dort zur Führung in die Maschen. Damit war der Knoten bei den Farmsenern, die das Hinspiel 1:0 gewonnen hatten, endlich geplatzt. Kurz darauf konnte Adlers Schlussmann an der Strafraumgrenze gegen Lukas Lenuck klären, einen Pressschlag, den ein Barmbeker Verteidiger anschließend zwei Meter vor der Linie wegschlug (66.). Condor stürmte weiter, was mit dem 2:0 belohnte wurde, erzielt von Krolikowski nach Pass von Andersson in die Spitze (72.).
In der Folge hätten die Gäste den Sack zu machen müssen. Dreimal scheiterte alleine Rosenhauer an Adlers sehr gut regierendem Keeper (82./ 85./ 86.), und auch Andersson konnte Robert Block nicht überwinden (87.). Wie aus dem Nichts fiel bei dichtem Schneetreiben plötzlich der Anschlusstreffer, als der eingewechselte Timo Stellmann nach flacher Hereingabe Condors wenig beschäftigem Torwart Sven Lund keine Chance ließ (88.). Nur eine Minute später war es abermals Stellmann, der nach einer Flanke von links aus kurzer Distanz freistehend zum glücklichen 2:2-Endstand traf.
Maßgeblichen Anteil am bisherigen guten Abschneiden hat Trainer Heiko Klemme, der das Team im Sommer vom scheidenden Thomas Früchtenicht übernahm. Der neue Coach stellte das Training von zwei- auf dreimal wöchentlich um, mit dem Ziel die Mannschaft möglichst schnell fit für die Landesliga zu machen. Der harte Kern der Kader blieb zusammen. „Wir haben nur kleine Stellschrauben verändert“, so Abteilungsleiter Söhren Grudzinski, womit er einige Neuzugänge meint, wie Torhüter Lund oder Stürmer Krolokwoski, die zu Verstärkungen wurden. Mit der Hinrunde, in der man vom 6. bis 9. Spieltag sogar die Tabelle der Nordstaffel anführte, ist Söhren Grudzinski, der für das Team noch einen Betreuer sucht, hochzufrieden: „Unsere Mannschaft macht einen tollen Eindruck. Mit Klemme haben wir die richtige Wahl getroffen. Die Jungs sind begeistert und ziehen voll mit. So kann es weitergehen. Wenn die Truppe auch in der Rückserie so konstant spielt und noch etwas mehr Tore schießt, können wir schon diese Saison ein Wort um den Aufstieg mitsprechen.“
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