Vom Reizen und Stechen unter Skatfreunden

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Die Bramfelder Skat-Familie (v.l.): Lara (15), Susanne (23), Daniel Schäfer (38) und Caroline (14) Foto: tel

Urdeutsches Karten-Spiel Skat ist Unesco-Kulturerbe – Bramfelder SV sucht Nachwuchs

Von Michael Hertel
Bramfeld
„Skat kloppen gibt es bei uns nicht“, sagt René Neumann (50), Spartenleiter beim Bramfelder SV. Was Neumann meint: Beim BSV wird gepflegt gespielt, und zwar nach internationalen Turnierregeln: kein Kontra, kein Re, kein Bock („Hirsch, Geweih“ und so weiter) und kein Schieberamsch gehören dazu. Auch Tabakqualm und Alkohol gelten als verpönt. Dennoch sind die 25 „Skatfreunde im Bramfelder SV“ mit Feuereifer dabei.

Nachwuchs gesucht

Beinahe wäre dem Turnierteam sogar der Aufstieg von der Oberliga in die 3. Bundesliga gelungen. Den schafften am Ende der abgelaufenen Saison die Sportsfreunde von Hansa Hamburg IV, die im Farmsener Vereinsheim des SC Condor trainieren. Im neuen Jahr suchen Skat-Sportler (trainiert wird beim BSV mittwochs in „Seminarräumen“) wieder mal Nachwuchs. Der darf ruhig aus dem Teenie-Alter herausgewachsen sein. So wie Bramfelds großes Talent Nico Lühmann (23), der das Reizen und Stechen erst vor knapp zwei Jahren gelernt hat. Noch besser dran ist Hansa-Spieler Daniel Schäfer (38): Mit Lebensgefährtin Susanne (23) und den Töchtern Lara (15, Deutsche Schülermeisterin) und Caroline (14) kann der Präsident des Hamburger Skatverbandes schon innerfamiliär ein ganzes Skat-Team stellen.

Nervenstärke und Disziplin

Der Hapag-Lloyd-Angestellte, zweifacher Skat-Masters-Sieger, steckte seine gewonnenen Preisgelder in die Entwicklung der Lern- und Spielsoftware „Skatinsel“. Neue Ideen hat der Skat bitter nötig, denn die Zeiten sind vorbei, in denen Skat automatisch zu den Fähigkeiten gehörte, die zur Allgemeinbildung der jeweils nachwachsenden Generation zählte. Heute erscheint die Konkurrenz elektronischer Spiele schier übermächtig. Dabei gilt das um 1820 im thüringischen Altenburg erfundene Spiel mit 32 Karten als urdeutsch, wurde kürzlich sogar von der Unesco als Kulturerbe anerkannt. Laut Schäfer gibt es nur ein schmales Fenster etwa zwischen dem zehnten und 13. Lebensjahr, in dem Jugendliche für Skat besonders aufnahmebereit sind. Der Präsis: „Skat ist ein kompliziertes Spiel, bei dem man nie auslernt. Es erfordert psychologisches Geschick, Nervenstärke und Disziplin.“ Klingt doch verlockend.

Wer mitmachen will, wendet sich an René Neumann unter Telefon 0157/ 751 70 746: „Wo es von der Entfernung her nicht passt, vermittele ich auch gern an andere Vereine.“
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