Von der Koppel an den Heerweg

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Sie gehören zur Führungsriege des Farmsener TV: Karsten Behrens, Horst Jagemann, Gerhard Scholz, Vivien Kretschmer, Karl-Heinz Haarke, Ulf Pfützenreuter, Gunnar Dabelstein und Iris Güldenpfennig (v.l.) Foto: Thomas Hoyer
 

Farmsener Sportverein feiert sein 90. Bestehen mit einem bunten Sommerfest

Von Thomas Hoyer
Farmsen
Mit einem Sommerfest feiert der Farmsener TV am kommenden Sonnabend, 28. Mai, sein 90-jähriges Bestehen. Auf den beiden Sportplätzen am Berner Heerweg ist ab 13 Uhr einiges los: Hüpfburg, Torwandschießen, Tennis-Aufschlagmessungen, Rollrutsche, Beachvolleyball oder Badminton. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Polizei sind mit Einsatzfahrzeugen vor Ort. Der Spielmannszug macht Musik. Drehen wir das Rad der Geschichte bis in die „Goldenen 20-er-Jahre“ zurück. Zwar wurde der Farmsener TV offiziell erst 1927 begründet, doch fing alles schon früher an. Am 23. Oktober 1921 beschlossen 15 Jugendliche und ein junger Mann von 26 Jahren gemeinsam in einem Club Sport zu treiben. Man arbeitete Statuten aus und nannte sich „Farmsener Sportverein“. Im Mittelpunkt stand König Fußball, gespielt wurde auf der Kuhkoppel von Bauer Krogmann nahe dem U-Bahnhof Farmsen und dann auf der Staatskoppel vor dem Berner Wald. Die Gemeindevertretung des Dorfes lehnte die Gründung eines eigenen Sportvereins ab. Zwei Jahre später bot sich dann aber die Chance: Für den Bau einer Schulturnhalle sollten Mittel nur bei Mitbenutzung durch einen Sportverein bewilligt werden. Da sich die Honorationen des Dorfes deshalb jetzt für einen Club aussprachen, schlug am 27. Mai 1926 mit 80 Gründungsmitgliedern die Geburtsstunde des Farmsener Turnvereins. Ein Jahr später trieben bereits 236 der 1.225 Einwohnern Sport. Mit der am 1. Juli 1928 eingeweihten Turnhalle hatte der FTV sein erstes Domizil. Bevorzugte Sportarten waren Turnen und Handball, aber auch Fuß-, Schlag- und Faustball. Mit der Eröffnung des Freibads im Jahr 1930 fand auch der Schwimmsport Einzug beim FTV. Nach Rückschlägen während der Nazizeit ging es nach dem Krieg wieder aufwärts. 1948 zählte der Verein über 400 Mitglieder, die in neun Fußballteams und 15 Handballmannschaften sowie im Turnbereich aktiv waren. Schwer traf den Verein 1954 der Entzug des Nutzungsrechts für den Schulsportplatz. Man war vorübergehend heimatlos; bis zur Einweihung der Sportanlage am Berner Heerweg im Juni 1957 mit einem eigenen Vereinshaus, das zwar bald darauf abbrannte, aber von fleißigen Mitgliedern wieder aufgebaut wurde. In den folgenden Jahren nahm der FTV dann eine rasante Entwicklung. Abteilungen wie Badminton und Tanzen kamen hinzu. Und es wurde sogar eine Skisparte gegründet, deren Mitglieder lange viele Hamburger Meisterschaften in Slalom und Riesenslalom gewannen. 1976 wurde die Tennisanlage im Tegelweg eröffnet, auf der seit elf Jahren die Farmsen Open stattfinden. Anfang der 1990-er Jahre begann der Aufstieg der Eishockey Crocodiles, denen nach einer Zittersaison gerade der Klassenerhalt in der Oberliga gelang. Heute zählt der Farmsener TV über 2.200 Mitglieder. Turnen bildet die größte Abteilung. Neben Fußball wird Handball, Tischtennis, Badminton und Skat gespielt. Auch gibt es eine Leichathletiksparte mit erfreulich vielen Jugendlichen. Die Schwimmabteilung mit Lehrschwimmbecken arbeitet mit dem AMTV zusammen; eine enge Zusammenarbeit pflegt man auch mit den Nachbarn Tus Berne und SC Condor. „Basis für die Vereinsarbeit ist unser guter Zusammenhalt und die ehrenamtliche Arbeit“, so Karl Heinz Haarke, seit Gründung des Vereins der 18. Vorsitzende. „Wir sind sehr dankbar für dieses unersetzliche Engagement in allen Abteilungen!“
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