Wer holt morgen den Titel?

Anzeige
DFB-Stützpunktkoordinator Stephan Kerber beim Training mit Jugendfußballern Fotos: KJM Buchverlag Andreas Fromm
 
ISBN: 978-3-945465-16-5

Jugendfußball in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme von zwei Experten

Hamburg Das Sportangebot gerade für Kinder und Jugendliche ist inzwischen nahezu unüberschaubar geworden. Doch nach wie vor genießt der Fußball einen sehr hohen Stellenwert. Kein Wunder: Werden doch gerade im Fußball Traumgehälter gezahlt. Und der Weg zum kickenden Millionär scheint so einfach. Von wegen. In ihrem Buch „Die Zukunft des Fussballs“ haben die Autoren Ralf Lorenzen und Jörg Marwedel im Jugendfußball recherchiert.

„Bis zur C-Jugend denken die meisten Kinder, dass sie Profis werden. Jede freie Minute wird zum Kicken genutzt. Fast jedes Wochenende ist Familienausflug auf den Fußballplatz oder im Winter in die Halle. Wer kennt das nicht, der Kinder hat, die für den Fußball brennen. Wer sich am Spielfeldrand während des Aufwärmens oder auch sonst noch die Zeit nehmen möchte, um einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen, dem kann man das Buch nur empfehlen. In unterhaltsamen, informativen und kurzen Abschnitten präsentieren die Autoren einen Überblick darüber, was Jugendfußball in Deutschland heute darstellt. Wie ticken Kinder und Jugendliche, Eltern und Trainer und was macht der DFB daraus – oder auch nicht?“, so schreibt es ein Vater von zwei fußballbegeisterten Jungs auf der Homepage des Verlages.

Die Liebe zum Ball

Viele Prominente vom Spieler über Trainer bis hin zu Scouts kommen im Buch zu Wort und geben spannende Einblicke in das Innenleben des Systems und wagen Prognosen, wohin die Reise weiter geht. Im Gegensatz zu einigen trockenen Fachbüchern zum Kinder- und Jugendfußball ist dieses Buch Lesespaß mit hohem Erkenntnisgewinn.
Die Zukunft des Fußballs liegt in seinem Nachwuchs – wie aber trainieren und spielen die heute 10-, 12-, 14- und 16-Jährigen das Spiel der Spiele? Wo bleibt die Liebe zum Ball, wenn sie in das große Rad der Ausbildungssysteme und der vielen Interessen geraten? Wie wird bei uns trainiert? Wie funktioniert das Ausbildungssystem? Was meinen die Jungen und Mädchen selbst dazu?
Die Liebe zum Ball – wo bleibt sie im aktuellen System Jugendfußball? Überlebt sie, ist sie gar der entscheidende Ausgangspunkt? Oder obsiegt eine neue deutsche Fußball-Ingenieurskunst?

Das Buch verrät es. Offen, schonungslos. Dabei sterben auch Träume.
Wie geht es wirklich zu in der neuen „Schule der Nation“, die, gemessen an den Zahlen, der Jugendfußball schon lange ist? Wie sind sie, die nächsten Weltmeister? Gespräche mit Horst Hrubesch, Fabian Boll, Christofer Clemens, Stephan Kerber, Lewis Holtby, Max Kruse und anderen ergeben ein vielschichtiges Bild.

Recherche an der Basis

Ralf Lorenzen und Jörg Marwedel sind selbst Kicker, und sie sind Journalisten. In ihren Jobs berichten beide über die deutsche Bundesliga, jetzt haben sie sich ein Jahr lang Zeit genommen, um im Jugendfußball zu recherchieren. Sie waren bei den „kleinen“ Vereinen und den großen Proficlubs, in den DFB-Stützpunkten und bei den Auswahlmannschaften. Sie haben Spiele gesehen, Training beobachtet. Sie haben mit jungen Spielerinnen und Spielern gesprochen, mit Trainern, Analysten, Scouts, Beratern, Sport- direktoren, Psychologen und Eltern.

Und was ist nun wirklich ein Talent? Horst Hrubesch – inzwischen 65 Jahre alt – ist da nach vielen Jahren der Erfahrung immer noch unsicher. „Ich weiß es auch nicht so genau und bleibe bei meiner Aussage: Am Ende sind es zehn Prozent Talent und 90 Prozent Arbeit. Das ist der entscheidende Faktor: Es wird die Individualität entscheiden. Wer hat etwas Besonderes, Außergewöhnliches? Die Stars der Vergangenheit haben erst einmal alle einen Beruf gelernt, wurden dann Ausnahmespieler. Heute machen die Jungs ihr Hobby zum Beruf. Die Frage ist: Wie entwickelt sich das normale Leben? Ich denke, das Umfeld ist entscheidend“, sagt der aktuelle U21-Bundestrainer, der als „Kopfball-Ungeheuer“ des Hamburger SV in die Geschichte eingegangen ist.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige