Christian Brückner liest Roger Willemsen

Wann? 13.05.2017

Wo? Fiefstücken 8, Fiefstücken 8, 22299 Hamburg DE
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Multi-Talent Prof. Dr. Roger Willemsen im Jahr 2011vFoto: Haas/Archiv
Hamburg: Fiefstücken 8 |

Lesung im Magazin aus seinem letzen Buch vor dem Tod des Autors

Von Waltraut Haas
Winterhude
Von den bleibenden Momenten eines Lebens werde oft gesagt, dass sie „atemlos“ waren. So beschrieb er sein Bühnenprogramm „In aller Stille“. Ein Kontrast-Programm, denn Roger Willemsen war sonst fast rastlos unterwegs: auf Reisen durch alle Kontinente – etwa zu seinen persönlichen „Enden der Welt“. Dann zu Auftritten längs und quer durch die Republik. Oder als Honorarprofessor in Berlin. Seit 2004 kam er regelmäßig zu seinen Buchpremieren ins Programmkino Magazin: In freier Rede präsentierte er seine Werke brillant im durchweg vollbesetzten Kinosaal des Magazins.

Satzperioden im rasanten Tempo


Eines könne er nicht: Nichts tun. Er sei „einfach nicht gut im Ausruhen“, meinte der gebürtige Bonner und Wahl-Hamburger einmal. Wie um Zeit zu sparen, sprach er seine berühmten „grammatikalisch korrekten Satzperioden“ oft in rasantem Tempo. Ledig sei er und kinderlos, habe weder Führerschein noch Hobby oder Handy. Soviel zum Privatleben musste genügen. Zur Entspannung vertiefte sich der vielfach ausgezeichnete Publizist, Musik-Dramaturg, TV-Moderator und Literaturwissenschaftler gleich intensiv in neue Themen. Der Stoff für seine zahlreichen Bücher, für Musik-Projekte oder Bühnenprogramme ging ihm nie aus.

Letztes Buchprojekt


„Wer wir waren“: So sollte sein letztes Buchprojekt heißen. Es erschien posthum – anders als geplant: als Zukunftsrede von Roger Willemsen, herausgegeben von Insa Wilke beim S. Fischer Verlag. Es sollte Versäumnisse der Gegenwart aus der Sicht der nach uns Lebenden benennen. Wie in der Rede, gehalten im Juli 2015 bei seinem letzten öffentlichen Auftritt. Sie ist melancholisches Resümee und scharfe Analyse eines außergewöhnlichen Zeitgenossen. Zugleich plädiert sie leidenschaftlich für eine „Abspaltung aus der Rasanz der Zeit“: gedacht als „Aufruf an die nächste Generation, sich nicht einverstanden zu erklären“. Nach seinem 60. Geburtstag am 15. August 2015 kam die Krebs-Diagnose. Sie zwang ihn, sich Ruhe zu gönnen. Roger Willemsen starb am 7. Februar 2016. Seine knappe Frist wusste er sinnvoll zu nutzen. Ein gutes Jahr nach seinem Tod soll jetzt eine Lesung mit Christian Brückner an seine Persönlichkeit erinnern.

Lesung „Wer wir waren“: Sonnabend, 13. Mai, 20 Uh, Magazin, Fiefstücken 8a. Eintritt: 17 Euro (15 Euro im Vvk) an der Kinokasse, per Vorbestellung auch unter Telefon 514 30 873
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