Spurensuche im Hamburger Polizeimuseum

Wann? 21.05.2017

Wo? Carl-Cohn-Straße 39, Carl-Cohn-Straße 39, 22297 Hamburg DE
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Inse Leiner, Sprecherin des Polizeimuseums, weist auf die Wichtigkeit von Geschichtsaufarbeitung auch bei der Polizei hin Foto: nik
Hamburg: Carl-Cohn-Straße 39 |

Führungen und Zeitzeugenberichte am 21. Mai

Hamburg Wenn am Sonntag, 21. Mai, weltweit der Internationale Museumstag veranstaltet wird, will sich das Polizeimuseum Hamburg nicht ausschließen. Denn der Titel des Tages lautet „Spurensuche – Mut zur Verantwortung“, ein Thema, das auch Hamburg und seine Polizeibeamten betrifft. Es sei eine Chance, auf die Zeitspanne von 1933 bis 1945 zurück zu blicken, in die Wunden der Vergangenheit, so Inse Leiner, Sprecherin des Museums, es sei eine Möglichkeit, ausführlich das dunkelste Kapitel der Hamburger Polizei zu beleuchten. Denn die Hamburger Schutz- und Kriminalpolizei wurde nach der Machtergreifung Hitlers nicht nur loyale Stütze des nationalsozialistischen Regimes, sondern sie unterstützte die Verfolgung politischer Gegner und gesellschaftlicher Minderheiten.

Zeichen gegen das Vergessen


Erinnern möchte das Polizeimuseum an diesem besonderen Museumstag an das Massaker vom 13. Juli 1942, als Hamburger Polizisten des Reserve-Polizeibataillons 101 im polnischen Jósefów 1500 jüdische Männer, Frauen und Kinder erschossen. „Als Zeichen gegen das Vergessen hat die Polizei Hamburg im vergangenen Jahr in Jósefów einen Gedenkstein errichten lassen“, sagt Museumsleiter Joachim Schulz. Zwischen 11 und 14 Uhr wird es zu jeder vollen Stunde im Wechsel eine dreißigminütige Führung mit zwei Themenschwerpunkten geben: „Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus“ sowie „Die Gräueltaten des Reserve-Polizeibataillons 101“. Ab 15 Uhr spricht Wilhelm Simonsohn, ein Zeitzeuge, und berichtet von seiner Kindheit in einer jüdischen Hamburger Kaufmannsfamilie. Simonsohn hat diese auch in einem Buch „Ein Leben zwischen Krieg und Frieden“ aufgeschrieben.

Eintrittsgeld wird gespendet


Die Eintrittsgelder des Tages werden an die Stiftung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) in Ausschwitz/Polen gespendet. Erwachsene zahlen acht Euro, Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Aufgrund der G20-Vorbereitungen müssen sich Besucher auf Wartezeiten am Eingangsbereich sowie Ausweispflicht einstellen. (nik)

Weitere Infos: Polizeimuseum Hamburg
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