Stones-Tickets für Stadtpark fast ausverkauft

Wann? 09.09.2017

Wo? Otto-Wels-Straße, Otto-Wels-Straße, 22303 Hamburg DE
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Die Rolling Stones eröffnen ihre Europa-Tournee am 9. September auf der großen Stadtpark-Wiese Foto: C. Gassian/Scorpio
 
Zwölf Tribünen für etwa 27.000 Zuschauer sollen aufgebaut werden, rund 50.000 stehende Fans passen auf die Wiese Simulation: Scorpio
Hamburg: Otto-Wels-Straße |

Zwölf Zuschauertribünen werden aufgebaut. Was Stadtpark-Nutzer zum Mega-Konzert sagen

Hamburg-Winterhude Es ist 28 Jahre her, dass die große Festwiese im Stadtpark das letzte Mal für ein großes Konzert genutzt wurde – 1989 spielte dort Pink Floyd, und zwei Jahre zuvor David Bowie. Doch dass eine Steigerung noch möglich ist, wurde vorige Woche bekannt: am 9. September eröffnen die Rolling Stones ihre „No Filter“-Tournee in Hamburg und der Veranstalter FKP Scorpio hat die Genehmigung erhalten, für dieses besondere Ereignis ein Drittel der rund 13 Hektar großen Wiese zwischen Otto-Wels-Straße und Stadtpark-See zu nutzen. Mehr als 80.000 Zuschauer werden erwartet, der Vorverkauf läuft seit Freitag und die Karten (zwischen 105 bis 799 Euro) sind fast ausverkauft. „Mit einer solchen Band, auf die die Beschreibung legendär besser als auf jede andere zutrifft, arbeiten zu können, ist wirklich eine Ehre. Wenn man dann noch die Chance erhält, die Festwiese im Stadtpark nutzen zu dürfen, dann wird aus einem ohnehin schon besonderen Konzert ein einmaliges Erlebnis“, sagte Folkert Koopmans, Geschäftsführer vom Veranstalter FKP Scorpio, der auch große Festivals wie das „Hurricane“ in der Heide mit ebenso vielen Gästen seit 20 Jahren organisiert. Koopmans ist bewusst, dass die Freigabe der Festwiese etwas Besonderes ist: „Wir freuen uns sehr auf die Show der Rolling Stones im Stadtpark und danken allen Verantwortlichen in der Stadt, dass sie das ermöglicht haben.“

Generationsübergreifendes Konzert

Auch Bezirksamtsleiter Harald Rösler freut sich auf das Event: „Sich Hamburg und den 103 Jahre alten Stadtpark als Auftakt für ihre Tournee auszusuchen, ist eine große Ehre und es wird ein besonderes generationsübergreifendes Musik-Fest, auf das sich viele Menschen freuen werden.“ Die Genehmigung sei jedoch nur erteilt worden, weil der Termin nicht mitten im Sommer zur stärksten Nutzungszeit des Parks lag, hieß es weiter. Denn an schönen Sommertagen nutzen bis zu 100.000 Besucher den Stadtpark zum Sonnen, Grillen, Fußball spielen, Joggen und Ausruhen, oder um mit ihren Kindern auf die Spielplätze zu gehen. Das wird wegen des Stones-Konzertes von Anfang bis Mitte September für gut zwei Wochen am Seeufer und im unteren Bereich der Festwiese nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sein. Solange dauert der Auf- und Abbau der riesigen Bühne und der zwölf geplanten Zuschauertribünen mit fast 27.000 Sitzplätzen. Kann das Konzert zur Belastung für die Winterhuder werden? Bei Pink Floyd war die Bühne über 50 Meter breit und fast 200 Tonnen schwer, mehr als 60.000 Fans kamen damals – eine ungeheure Belastung ebenso für die Grasnarbe wie für die Anwohner.

Wiese wird abgedeckt

Der Rasen, die Wege und Beete müssen gut geschützt werden und die Lärmbelastung beim abendlichen Konzert durch moderne Technik reduziert werden, fordert das Bezirksamt. So sollen große Bereiche der Wiese mit Platten abgedeckt werden und spezielle Lautsprecher-Systeme können den Lärmpegel senken, ohne den Live-Spaß zu beeinflussen. Im Gegenzug erhält der Bezirk auch einen sechsstelligen Betrag vom Veranstalter als Miete für die Festwiese – Geld, das anschließend für die Grünanlagen ausgegeben werden soll. Die Rolling Stones gaben übrigens ihre ersten beiden Hamburg-Konzerte am 13. September 1965 in der Ernst-Merck-Halle, die gerade einmal 6.000 Zuschauer fasste. Es gab Krawalle und 47 Festnahmen, womit heute aber niemand mehr rechnet. „Die für Planung und Durchführung verantwortlichen Veranstalter sind absolute Profis. In enger Abstimmung mit ihnen, Polizei, Feuerwehr und dem ÖPNV wird dafür Sorge getragen, dass dieses Konzert zu einem unbeschwerten Erlebnis wird und auch unser altehrwürdiger wunderschöner Stadtpark es unbeschadet übersteht“, so Harald Rösler.

Groß-Events im Stadtpark Hamburg

Seit Eröffnung des Stadtparks 1914 kamen immer wieder Besuchermassen auf der großen Festwiese zusammen. Einer der größten Publikumsmagneten waren dabei in den 1930er- bis 50er-Jahren die Motorrad- und Autorennen, bei denen die damals asphaltierten Wege im Stadtpark mitgenutzt wurden – unter anderem am Seeufer, wo jetzt die Stones-Bühne aufgebaut werden soll. Bis zu 100.000 Zuschauer kamen damals zu den Rennen, unter ihnen Prominente wie Zarah Leander. Die große Festwiese diente in der Nazi-Zeit oft als Veranstaltungsort für politische Großkundgebungen. 1928 kamen etwa mehr als 140.000 Angehörige des „Stahlhelms“ im Stadtpark zusammen. 1953 wurden ein Kirchentag und das Deutsche Turnfest mit jeweils über 100.000 Besuchern auf der Festwiese veranstaltet. Der Schluss-Gottesdienst des 34. Evangelischen Kirchentags 2013 überflügelte den Kirchentag 60 Jahre zuvor jedoch: Über 130.000 Besucher nahmen vor vier Jahren an der Veranstaltung auf der Festwiese im Stadtpark teil, die man ausgewählt hatte, weil das HSV-Stadion zu klein gewesen wäre. Einige Veranstalter holen sich beim Bezirksamt jedoch auch einen Korb, wie die G20-Gegner, die Anfang Juli ein Protest-Camp im Stadtpark veranstalten wollten oder die Organisatorin des „Weißen Dinners“, die 2013 statt Festwiese die Hafen-City nutzen musste.
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Mona Schmidt aus Winterhude | 18.05.2017 | 20:08  
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