Theater Kontraste in Gefahr?

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Die neue Intendantin der Komödie Winterhuder Fährhaus, Britta Duah, verkündete zum ersten Mal das Programm einer neuen Spielzeit Foto: Hanke
 
Jürgen Wölffer (l.), Regisseur und langjähriger Chef der Theaterbetriebe Wölffer, zu denen die Komödie Winterhuder Fährhaus gehört, und sein Sohn Martin, künstlerischer Leiter nun auch im Winterhuder Haus, erläuterten die Situation des Theaters Foto: Hanke
Hamburg: Hudtwalckerstraße 13 |

Neue Intendantin im Winterhuder Fährhaus und neue Abo-Kombi mit dem Ohnsorg-Theater

Von Christian Hanke
Winterhude
Sie sind wieder da und eröffnen die nächste Spielzeit an der Komödie Winterhuder Fährhaus: Herbert Herrmann und Nora von Collande, das beliebteste Paar in der Publikumsgunst des Komödientheaters in Hamburg-Winterhude. „Aber ganz anders als erwartet“, verriet die neue Intendantin Britta Duah bei der Vorstellung des Programms der nächsten Spielzeit. In Sebastian Thiérys Stück „Als ob es regnen würde“, spielen Herrmann und von Collande ein Ehepaar, deren Leben durch einen mysteriösen Geldsegen aus dem Ruder läuft. Premiere ist am 8. September. Es folgt ab 10. November „Das (perfekte) Desaster Dinner“ von Marc Camelotti in einer Bearbeitung des österreichischen Kabarettisten Michael Niavarani. Marcus Ganser, der selbst auch spielt, inszeniert diese turbulente Komödie um Liebe und viele Lügen. Neben Ganser spielen der vor allem in München spielende, fernsehbekannte Ralf Komorr, Bianca Karsten, Mackie Heilmann und Nina Juraga.

Romanadaptionen


Es folgen Komödien nach Roman- und einer Filmvorlage. Auch im Winterhuder Fährhaus vertraut man zunehmend auf Stoffe dieser Art. “Und Gott sprach, wir müssen reden“ nach dem Bestseller von Hans Rath (Premiere 19. Januar 2018), „Das Lächeln der Frauen“ nach dem Roman von Nicole Barreau (Premiere 29. März 2018) in der Regie von Ralf Bauer, der auch eine der beiden Rollen spielt, und „Wir sind die Neuen“ nach dem Film von Ralf Westhoff mit Heiner Lauterbach in einer Hauptrolle. Die Komödie um eine Wohngemeinschaft aus jungen und älteren Menschen spielen im Winterhuder Fährhaus unter anderen Claudia Rieschel und Wilfried Glatzeder. Premiere: 18. Mai. Zum Ende der Saison spielen Jennifer und Michael Ehnert ab 20. Juli 2018 „Doppelfehler“, eine Komödie von Barry Creyton. Fünf Jahre nach der Scheidung trifft sich ein Ehepaar wieder. Der künstlerische Leiter der „Komödie“, Martin Wölffer, setzt auf anspruchsvolle Komödien. Intendantin Britta Duah verspricht aber, dass das ganze Spektrum des Komödiantischen auf die Bühne kommt. Ihr Motto: „Tradition bewahren, neue Akzente setzen“.

Theater Kontraste kostet zu viel Geld


Unklar ist nach wie vor die langfristige Zukunft des Theaters Kontraste im Saal eins der Komödie. In der nächsten Spielzeit wird es nur eine Premiere und ansonsten Wiederaufnahmen erfolgreicher Produktionen geben. „Das ist ein Kompromiss für ein Jahr“, erläuterte Jürgen Wölffer, der langjährige Leiter der Berliner Theaterbetriebe Wölffer, zu denen das Winterhuder Fährhaus gehört. Wölffer erwähnte auch, dass Kontraste den Gesamtbetrieb viel Geld gekostet habe und dass man aufpassen müsse, dass das Theater Kontraste das Haupthaus „nicht in Mitleidenschaft zieht.“ Ohne eine Subvention von 140.000 Euro im Jahr könnte Kontraste schon jetzt nicht überleben.

Weiteres Kombi-Ticket mit Ohnsorg


Die Leitung des Privattheaters muss genau rechnen, denn das Programm der Hauptbühne wird nach wie vor nicht subventioniert. Die durchschnittliche Platzauslastung lag in der Spielzeit 2015/16 wie in der Saison davor bei 70 Prozent. Das reicht für die „schwarze Null“. Die Zahlen zur abgelaufenen Spielzeit verkündete ein letztes Mal der scheidende Intendant Michael Lang („Ich gehe mit Wehmut“), der im Sommer die Leitung des Ohnsorg-Theaters übernimmt. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Theatern wird übrigens ausgebaut. Zum Abo „Duett“ mit je vier Vorstellungen im Fährhaus und im Ohnsorg-Theater kommt ein weiteres Abo mit je zwei Vorstellungen in beiden Häusern: das „Duettchen“.

Weitere Infos: Komödie Winterhuder Fährhaus
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