Alster-Fahrradachsen II: Auf gerechte Verteilung kommt es an

Anzeige
Thomas Domres (SPD), Fraktionsvorsitzender
Der Senat will den Radverkehr um die Alster attraktiver gestalten. Vor diesem Hintergrund hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) am 3.3.2017 im Literaturhaus erste Ideen zur Umsetzung des Vorhabens im zweiten Abschnitt von Krugkoppelbrücke über Bellevue, Schöne Aussicht bis hin zum Schwanenwik vorgestellt.

Begrüßenswert ist insgesamt die Verbesserung der Fahrqualität für Radfahrende und der Platzgewinn für zu Fußgehende. Insbesondere die Umgestaltung an der Einmündung zum Leinpfad ist hervorzuheben. Entlang dem Leinpfad verläuft aus Langenhorn kommend die Veloroute 4, die über den Harvestehuder Weg in die City führt. Die Planung dient der Verbesserung der Übersichtlichkeit und damit der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden.

Präsentiert wurden zwei Alternativen, die sich insbesondere bei den zu erhaltenden Parkplätzen unterscheiden. So sollen nach einer Planung 192 und nach der anderen 120 Parkplätze entlang der gesamten Route entfallen. Die SPD-Fraktion sieht hier besonderen Handlungs- und Gesprächsbedarf. Die nahezu komplett entfallenden Parkplätze an der Fernsicht werden den dort ohnehin bestehenden und durchgängig hohen Parkdruck auch in die Bellevue verlagern. In der Bellevue sollen wiederrum mindestens 65 Parkmöglichkeiten entfallen, in der Schönen Aussicht mindestens 38. Auch hier ist der Parkdruck in den Abendstunden sehr hoch.

Der LSBG betont, dass sich aktuell noch in einem frühen Planungsstadium befunden werde und noch Raum für Anregungen aus der Bevölkerung bestünde. Die SPD-Fraktion wird sich näher mit den Plänen befassen, sobald sie vorliegen.

Thomas Domres, Fraktionsvorsitzender: „Die Alster ist eines der Top-Ausflugsziele Hamburgs. Viele Menschen aus der ganzen Stadt nutzen die Alsterparks zur Entspannung, für Sport und Freizeit. Der Radweg an der Bellevue ist in schlechtem Zustand und die Einmündung vom Leinpfad zur Fernsicht unsicher. Daran muss sich etwas ändern. Für uns ist aber klar, dass die begangenen Fehler der „Autogerechten Stadt“ der 70er Jahre bei der heutigen Radfahrplanung nicht wiederholt werden dürfen. Jeder Verkehrsteilnehmer soll seinen Platz im Straßenraum finden. Dazu gehört auch die Möglichkeit sein Auto abstellen zu können.“ Insbesondere für ein in ganz Hamburg bekanntes Ausflugsziel müsse auch für Menschen mit Handicap die Möglichkeit bestehen mit dem Pkw anzureisen.

Domres weiter: „Die Pläne greifen tief in die Gewohnheiten aller Hamburger ein. Beteiligung an dem ‚Wie’ der Ausgestaltung der Fahrradachse ist für uns daher außerordentlich wichtig. Wir wollen einen Wandel in der Verkehrspolitik nicht mit der Brechstange durchsetzen, sondern bauen auf Akzeptanz. Dafür müssen Menschen die gesetzlichen und baulichen Vorgaben insbesondere bei solch weitreichenden Vorhaben praktisch erfahren können.“ Die SPD-Fraktion baue daher darauf, dass der Beteiligungsprozess des LSBG offen und transparent geführt werde.
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
7
Karl Dirksen aus Eppendorf | 06.03.2017 | 12:06  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige