Alsterwanderweg: Schilder für mehr Rücksicht

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Entschärft ein Schild wie dieses die Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern? Foto: FDP Hamburg-Nord
Hamburg: Alsterwanderweg | Hamburger FDP appelliert an der Alster an Vernunft von Radlern und Fußgängern

Eppendorf Radler fahren in Höchstgeschwindigkeit auf dem Alsterwanderweg, schneiden rücksichtslos Fußgänger, versetzen nicht selten ältere Menschen in Angst und Schrecken. Leider Alltag zwischen Meenkwiese und Ohlsdorf. Besonders gefährlich: die engen Abschnitte unter den Brücken. Gerade in Alsterdorf sind im Umfeld der Seniorenresidenz Alsterpark auch Schwerstbehinderte unterwegs. Die FDP hat deshalb im Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord beantragt, spezielle Schilder entlang des Alsterwanderwegs aufzustellen, die zur Konfliktlösung beitragen sollen.

Vorbild Timmerdorfer Strand

Wie zum Beispiel in Timmendorfer Strand an der Ostsee. Dort heißt es: „Liebe Radfahrer und Fußgänger! Wir teilen uns unsere schöne Promenade, daher kann es auch mal eng werden!“ Und dann in großen Lettern: „Nehmt bitte Rücksicht aufeinander! Danke!“ Ob‘s hilft? Die CDU zweifelt daran und fordert in einem Ergänzungsantrag regelmäßige Kontrollen auf dem Alsterwanderweg zu den Stoßzeiten, um rasende Radfahrer bei Verstößen zu sanktionieren. Der Alsterdorfer CDU-Bezirksabgeordnete Kai Debus kann ein Lied von den Konflikten am Alsterufer singen: „Es kommt sehr häufig zu Kollisionen. An allen Stellen des Alsterwanderwegs. Mit Schildern allein werden wir nichts.“ Zumal andere Schilder Radfahrer extra auf den Alsterwanderweg hinweisen, der dadurch oft zum Schnellradweg mutiert.

Schilder keine Lösung

Die Grünen sind von den FDP- und CDU-Forderungen nicht überzeugt. „Die meisten Radfahrer benehmen sich gesittet“, findet ihr Verkehrsexperte in Hamburg-Nord, Thorsten Schmidt, der aber auch Probleme zwischen Radlern und Fußgänger einräumt. Schilder, wie sie die FDP fordert, lösen die aber nicht, befürchtet dagegen Schmidt, weil „die, die zu schnell fahren, sich nicht an die Schilder halten.“ Die Anträge von FDP und CDU wurden auf Antrag von SPD und Grünen, die noch einigen Diskussionsbedarf haben, damit vorerst in die nächste Sitzung des Verkehrsausschusses vertagt. (ch)

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Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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1 Kommentar
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ernst wilhelm aus Alsterdorf | 25.04.2017 | 13:49  
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