Ausstellung „Liberales Hamburg?“

Anzeige
Polizeibeamtinnen und -beamte der Hamburger Sittenpolizei um 1950 Foto: Staatsarchiv
Hamburg: Carl-Cohn-Straße 39 |

Polizeimuseum zeigt Sonderausstellung über die Verfolgung von Homosexuellen


Alsterdorf
Eine Sonderausstellung über die Verfolgung von Homosexuellen in Hamburg ist noch bis zum 3. September im Polizeimuseum zu sehen. Gerade im Hinblick auf den neuen Bundestagsbeschluss zur „Ehe für alle“ ist es interessant, einige Jahrzehnte zurückzublicken auf die Zeit, als die Gleichstellung Schwuler und Lesben noch in weiter Ferne lag. Bis weit in die 1980er-Jahre hinein wurden gleichgeschlechtliche Paare verfolgt und schikaniert. Die strafrechtliche Verurteilung Homosexueller bedeutete oftmals eine Stigmatisierung, die einherging mit Berufsverbot, dem Verlust des Arbeitsplatzes und der Wohnung. Disziplinarverfahren gefährdeten ihren Beamtenstatus, verurteilte Schwule wurden von den Universitäten exmatrikuliert. „Warum Polizei und Justiz mit so großem Nachdruck die Schwulen verfolgten, ist dem damaligen Zeitgeist ebenso geschuldet wie der Rechtslage. Denn Homosexuelle wurden ja insgesamt emotional abgelehnt, insbesondere von der Männergesellschaft“, so die zwei Kuratoren der Ausstellung, Dr. Gottfried Lorenz und Diplom-Bibliothekar Ulf Bollmann. Die Ausstellung „Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945“ erinnert unter anderem an das „Tanzverbot für Männer“ Anfang der 1960er Jahre. (wb)

„Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945“: jeweils dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 11 – 17 Uhr, Polizeimusuem Hamburg, Carl-Cohn-Straße 39, Eintritt: 8 Euro
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige