Bauprojekt Dorotheen-Kai: Maximal sieben Etagen

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So soll das Areal am Doretheen-Kai aussehen Grafik: wb
Hamburg: Dorotheenstraße 10-16 |

109 neue Wohnungen in Winterhude. Wochenblatt-Interview mit Investor Lars Hansen

Von Miriam Flüß
Winterhude
Die geplante Nachverdichtung auf dem Grundstück Dorotheenstraße 10 - 16 der Robert Vogel GmbH und Co. KG erhitzt die Gemüter (das Wochenblatt berichtete). Obwohl hier für den Stadtteil vergleichsweise bezahlbarer Wohnraum zu einer Miete von weniger als neun Euro pro Quadratmeter entstehen soll, ist die Kritik seitens Anwohnern und der Fraktion der Linken massiv. Nun wurde das Konzept überarbeitet und die Anzahl der neuen Wohnungen von 120 auf 109 reduziert. Das Wochenblatt sprach mit Lars Hansen, Geschäftsführer der Robert Vogel GmbH und Co. KG, über die aktuelle Planung.

Wochenblatt: Herr Hansen, was sieht das überarbeitete Konzept vor?
Lars Hansen: Unser überarbeiteter Entwurf für den Dorotheen-Kai orientiert sich an der umliegenden gründerzeitlichen Bebauung: Wir haben die Höhe der geplanten Gebäude an diese angepasst und die Geschossanzahl der jeweils höchsten Neubauten auf sieben reduziert. Außerdem haben wir die Häuser zwei Meter nach hinten gesetzt, sodass vor allem die unteren bis mittleren Geschosse der bestehenden Wohnhäuser im Vergleich zum ersten Entwurf einen besseren Ausblick auf den Kanal gewähren. Gleichzeitig wird durch die neue Position der Baukörper auch eine mögliche Verschattung auf der gegenüberliegenden Seite des Mühlenkampkanals aufgelöst.

WB: Damit verringert sich die Anzahl der neuen Wohnungen von 120 auf 109. Vielen Anwohnern ist das immer noch zu viel. Sie verweisen auf die Planung von 40 Wohnungen auf dem Grundstück im Jahr 2009, die eingestellt wurde.
Hansen: Diese Planungen wurden damals unterbrochen, weil man sich nicht einigen konnte. Man wollte immer weniger. Das war aber lange vor der Wohnungsknappheit und dem ersten Hamburger Bündnis für Wohnen aus dem Jahr 2011, das jährlich 6000 neue Wohnungen vorsah. Das neue Bündnis aus dem Jahr 2016 sieht sogar jährlich 10.000 neue Wohnungen vor.

WB: Die Kaltmiete soll weniger als neun Euro pro Quadratmeter betragen. Seitens der Anwohner-Initiative und der Fraktion die Linke wird bezweifelt, dass es so bleibt.
Hansen: In dem städtebaulichen Vertrag ist die Kaltmiete für fünf Jahre festgeschrieben. Die private Immobilienwirtschaft wurde aufgefordert, für diesen Mietpreis zu bauen. Das durchschnittliche Einkommen in Hamburg liegt bei 35.000 Euro jährlich.

WB: Viele Anwohner wollen die Grünfläche am Mühlenkampkanal aber nicht verlieren. Hätten es nicht auch weniger Wohnungen getan?
Hansen: Für uns muss die Projektentwicklung auch wirtschaftlich sein. Das ist nur so umsetzbar, weil wir auf unserem eigenen Grundstück bauen und eine entsprechende rechnerische Ausgangslage haben. Mietpreis und Baudichte sind korrespondierende Säulen.

WB: Was ist in fünf Jahren? Werden dann ortsübliche Mieten erhoben?
Hansen: Für alle 109 Wohnungen gilt in den ersten fünf Jahren die indexierte Miete, die an die allgemeine Preisentwicklung gekoppelt ist. Wie sich die Inflationsrate in den nächsten Jahren entwickelt, kann momentan niemand voraussehen. Wird nach sechs Jahren eine Wohnung frei, wird diese zu ortsüblichen Preisen vermietet.

WB: Wie sind die Planungen hinsichtlich der Mieten bei den bestehenden Wohnungen?
Hansen: Wir haben klar gesagt, dass wir modernisieren aber keine Modernisierungsumlage erheben werden.

WB: Wann soll der Dorotheen-Kai nach heutigen Planungen fertig sein?
Hansen: Wir rechnen mit einer Fertigstellung Ende 2020.

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