Bezirksamt lehnt G20-Camp ab

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Großes „Protest-Camp“ im Stadtpark? Die grüne Oase wird im Sommer täglich schon von rund 200.000 Menschen aufgesucht Foto: wb
Hamburg: Stadtpark Hamburg |

Ein geplantes Protestcamp im Stadtpark soll es nicht geben. Auch die Polizei sieht wenig Chancen

Hamburg Am 7. und 8. Juli tagt der G20-Gipfel der führenden Staats- und Regierungschefs in Hamburg. Unter dem Motto „Eine andere Politik ist nötig“ formiert sich derzeit ein breites Bündnis zum friedlichen Protest, das der offiziellen Linie etwa eine „Protestwelle“ und einen „Gipfel für Solidarität“ auf Kampnagel entgegensetzen will: für Klimaschutz, gerechten Welthandel, mehr Demokratie und gegen soziale Ungleichheit. Entwicklungspolitische und kirchliche Gruppen sind dabei, Umweltorganisationen und soziale Bewegungen, diverse Vereine und Netzwerke. Auch die Grünen und Linken sowie der DGB beteiligen sich. Geplant ist eine bunte Vielfalt von Protestaktionen ab Anfang Juli.

Zu viele Parkbesucher

Für allgemeine Aufregung sorgt weiter der Plan, im Stadtpark vom 30. Juni bis 9. Juli ein riesiges Protestcamp einzurichten. Denn schon zur „G20-Protestwelle“ am 2. Juli rechnet Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz mit zehntausenden Mitstreitern, bevor die Innenstadt zum Hochsicherheitstrakt umgestaltet werde. Während Polizei und andere Behörden involviert seien, liege dem zuständigen Bezirksamt Hamburg-Nord ein dementsprechender Antrag noch nicht vor, erklärte dazu dessen Sprecher Jan-Peter Uentz-Kahn. Man könne jedoch davon ausgehen, dass der Bürgermeister und der Innensenator sich mit Bezirksamtsleiter Harald Rösler wohl einig seien. „Dass der Stadtpark, im Hochsommer von rund 200.000 Menschen hochfrequentiert, zusätzlich über zehn Tage zu einem Camp für Zehntausende genutzt würde, das ist einfach unvorstellbar“, sagte Uentz-Kahn auf Anfrage. Auch die Polizei sieht wenig Chancen für das Camp im Stadtpark, denn allein die Fülle der Auflagen könnten die Anmelder wohl nicht garantieren. Vermutlich sei die Anmeldung eher Provokation denn ernst zu nehmender Vorschlag. (wh)

Weitere Infos: #NoG20 2017

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