Die neue „Himmelsoper“ von Hamburg

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Von innen und außen ein echter Hingucker: Das neue Planetarium ist ein Gewinn für Hamburg Foto: Christina Busse
 
Von innen und außen ein echter Hingucker: „Eine Himmelsoper“, sagt Bürgermeister Scholz Foto: Christina Busse
Hamburg: Linnering 1 |

Das Planetarium im Stadtpark wurde für rund 10 Millionen Euro umgebaut und bietet viel Neues

Von Christina Busse
Hamburg-Winterhude
Ein strahlendes Willkommen hat das Planetarium Hamburg im Stadtpark seinen Gästen bereitet: „Ready for Takeoff“ war zur Eröffnung in meterhoher Laserschrift auf dem farbig angeleuchteten Backsteinturm zu lesen (das Wochenblatt berichtete).

10 Millionen Euro Baukosten

Mit rund 500 geladenen Besuchern, darunter Freunde und Unterstützer, Mitglieder aus Senat und Bürgerschaft, wurde gefeiert: das Ende von 18 Monaten Baustelle und der Eintritt in einen Astro-Kosmos, der sich schön wie nie zuvor präsentierte. Fast 10 Millionen Euro hat sich die Stadt den erweiterten Blick in die Sterne kosten lassen. Bürgermeister Olaf Scholz: „Wir Hamburger machen nicht gern Theater, aber wir haben gern welche. Dieser schöne alte Wasserturm ist unsere Himmelsoper.“ Scholz, der das Planetarium für sich als „Herzenssache“ und für die ganze Stadt als Wahrzeichen ansieht, durfte sogar ein Stück davon mitnehmen. Direktor Thomas Kraupe überreichte ihm ein Bröckchen aus dem Betonsockel des Hauses, der bei den umfangreichen Arbeiten der vergangenen Monate eine tragende Rolle spielte.

Mehr Platz für Besucher

Um für die Besucher des Planetariums – um 300.000 pro Jahr – mehr Platz zu schaffen, wurde eine Erweiterung in die Erde hinein vorgenommen. Ein Kraftakt, bei dem das Fundament des 1916 fertiggestellten Gebäudes zum Innenraum hin von Sand und Geröll befreit und in das neue, großzügige Raumkonzept integriert wurde. Unter der Federführung des Architekturbüros HJW+Partner Hannover ist ein elegantes, zweigeschossiges Foyer entstanden, das die Formensprache des denkmalgeschützten Schumacher-Baus, der 1930 zum Planetarium umgenutzt wurde, fortführt und zeitlos modern wirkt.

Deckengemälde mit Sternenbilder

Während sich das markante Gebäude von der Hauptsichtachse aus, die sich vom Stadtparksee über die große Liegewiese erschließt, unverändert darstellt, ist der Zugang jetzt erstmals ebenerdig über die beiden neuen, seitlich gelegenen Haupteingänge möglich. Dazu musste der acht Meter dicke Betonsockel durchdrungen werden. Neben dem Kassenbereich findet sich hier auch das neue Café. Was nicht nur altgediente Planetarium-Fans freuen wird: Das von Dorothea Maetzel-Johannsen entworfene und von Heinrich Groth im Jahr 1930 ausgeführte Deckengemälde mit Darstellungen der Sternbilder krönt auch das neue Foyer und kann mit gebührendem Abstand noch besser betrachtet werden. „Nicht wie früher, als man das Gefühl hatte, man könnte mit der Hand an der Farbe kratzen“, merkte Kultursenator Carsten Brosda an.

Eintauchen in Wunderwelten

Über zwei geschwungene Treppen und einen gläsernen Aufzug – das Planetarium ist jetzt über seine gesamten 45 Meter bis hoch zur Aussichtsplattform barrierefrei – geht es auf eine umlaufende Galerie. Hier befindet sich der Ausstellungsbereich mit interaktiven Lerntischen und Großbildschirmen des zukünftigen Weltraumlabors „SpaceLab“. Bald soll auch wieder die historische, von Abi Warburg konzipierte Sammlung zu Sternenglaube und Sternenkunde ihren Platz finden, und eine in Zusammenarbeit mit dem Stadtpark Verein weiterentwickelte Ausstellung zur Geschichte des Hauses. Hier ist der Zugang zum Herz des Planetariums, den 250 Sitzplätze fassenden Sternensaal. Wer es sich hier in einem der gepolsterten Liegesessel bequem gemacht hat, kann unter der rund 20 Meter großen Projektionskuppel eintauchen in bildliche und klangliche Wunderwelten. Zur Wiedereröffnung wurde die Technik noch einmal mit 2,5 Millionen Euro aufgerüstet: das Winterhuder Sternentheater ist das weltweit erste Planetarium, das ein 8K-3D-Bild in Kombination mit 3D-Ton bietet.

Weitere Infos, Spielplan, Tickets: Planetarium Hamburg, Telefon 42 886 52 10

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