Hoffnung für „Kunterbunker“

Anzeige
Abriss kommt nicht in Frage: Nachbarn im Kuhnsweg vor dem verwaisten Bunker wünschten schon 2016 seine ökologische Umgestaltung: für bezahlbaren Wohnraum sowie für soziale und kulturelle Aktivitäten im Erdgeschoss Foto: Haas/wb
Hamburg: Kuhnsweg |

Chance für Erhalt rückt näher – Initiative „Wir sind Winterhude“ hofft auf Stadt als Käufer

Von Waltraut Haas
Winterhude
Erhalten statt Abreißen: Für dieses Ziel engagiert sich die Bürgerinitiative „Wir sind Winterhude“ mit dem Projekt „Kunterbunker“. Nach langer Ungewissheit gibt es jetzt Aufwind für die Initiative. Denn die Stadt Hamburg signalisierte im Mai ihr Kaufinteresse für den Bunker im Kuhnsweg 9. Das ist mit der Antwort auf eine Senatsanfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Heike Sudmann (Linke) seit der vergangenen Woche bekannt. Derzeitige Eigentümerin des Kolosses aus dem zweiten Weltkrieg ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die Stadt hat ein so genanntes Erstzugriffsrecht. „Mit dem Kauf kann der Bunker endlich zu dem werden, was die Anwohner vor Ort fordern.“ erklärte Heike Sudmann.

Erhalt und Umbau gefordert


Wie berichtet, wollten die Nachbarn einen weiteren Abriss im Viertel verhindern – nach den jahrelangen leidvollen Erfahrungen mit vier Bunkerabrissen in der näheren Umgebung (das Wochnblatt berichtete). Weil der Bunker am Kuhnsweg direkt – Wand an Wand – inmitten ihrer Wohnhäuser liegt, wären diese besonders gefährdet durch Abrissarbeiten von meterdicken Betonmauern. Stattdessen plädierten die Anwohner und Eigentümer für Erhalt und Umbau des Bunkers in ein Mehrgenerationenhaus – mit bezahlbaren Wohnungen. Zugleich solle ihr „Kunterbunker“ im Viertel für soziale und kulturelle Aktivitäten genutzt werden. Unterstützung kam von den Parteien der Bezirksversammlung. Alle hatten vor einem Jahr dem Antrag der Linksfraktion Nord zugestimmt.

Noch ist nichts sicher


Zumindest ein positives Signal sieht Karin Haas von der Linksfraktion Nord in den Erwerbsabsichten des Senats. Auch dass mit SAGA sowie fördern und wohnen (f&w) soziale Wohnungsakteure angesprochen wurden, sei zu begrüßen. Beide wären in der Lage, die Vision vom „Kunterbunker“ zu verwirklichen. Noch ist nichts in trockenen Tüchern: Wegen laufender Verhandlungen bleibt sogar die Kaufsumme für den Bunkererwerb derzeit Verschlussache. Wird die Stadt mit dem BImA nicht handelseinig, kämen immer noch private Investoren als Käufer zum Zug.

Weitere Infos: Winterhuder Kunterbunker

Lesen Sie auch: Benefiz-Konzert für den „Kuntebunker“

Lesen Sie auch: „Kunterbunker“ hofft auf Olaf Scholz
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige