Insel-Streit ohne Ende?

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Das Linksabbiegeverbot auf dem Mühlenkamp wird häufig ignoriert Fotos: mdt
 
Ein Polizist schreibt Falschparker am Mühlenkamp auf

Trotz Verkehrszählung im April soll Ergebnis erst Monate später feststehen

Von Marco Dittmer

Winterhude Der Streit um die Verkehrsinseln am Mühlenkamp kocht erneut hoch. Aktuell wird um die, zwischen Verkehrsbehörde und Anwohner-Initiative „Stopp des Busbeschleunigungsprogramms“ vereinbarte, Verkehrszählung gestritten. Denn von ihr hängt ab, ob die provisorischen Trenninseln auf der Kreuzung Mühlenkamp Ecke Gertigstraße zurückgebaut werden. Anwohner und CDU sprechen von einem klaren Ergebnis, doch die von der Behörde beauftragte Agentur rechnet noch. Das Wochenblatt machte eine eigene Zählung.

Fünf Linksabbieger innerhalb von 30 Minuten. Das Wochenblatt-Video beweist: Viele Autofahrer am Mühlenkamp ignorieren das Abbiegeverbot in der Gertigstraße. Daran hindern sie auch die beiden umstrittenen Trenninseln nicht. Auch die Verkehrsbehörde zählte vor und nach dem Umbau Fahrzeuge am Mühlenkamp und an sechs Punkten in umliegenden Straßen. Das Ergebnis wird von Anwohnern und Einzelhändlern mit Spannung erwartet. Denn von der Zählung hängt viel ab: Steigt der Verkehr an der Semperstraße durch das Linksabbiegeverbot beispielsweise um mehr als zehn Prozent, werden die Asphaltinseln zurückgebaut, so steht es in der Einigung zwischen der Behörde und der Anwohner-Initiative. Für andere Anliegerstraßen gibt es ähnliche Klauseln.

Doch obwohl entsprechende Zählungen bereits am 24. März und am 14. April durchgeführt wurden, liegt laut Verkehrsbehörde das Ergebnis noch nicht vor. Auch die Rohdaten – also die an den beiden Tagen gezählten Fahrzeuge – werden nicht veröffentlicht. Dennis Thering, verkehrspolitischer Sprecher der CDU, fordert, die Zahlen endlich zu veröffentlichen. „Es sind bereits zwei Monate seit der letzten Zählung vergangen“, sagt der Bürgerschaftsabgeordnete. Aus der Verkehrsbehörde heißt es dazu: „Die Daten werden auf Plausibilität und Schlüssigkeit überprüft und lesbar aufbereitet“, so Richard Lemloh, Sprecher der Behörde. Ende Oktober soll die Auswertung fertig sein. „Mir ist schleierhaft, was an einer Verkehrszählung aufbereitet werden muss“, sagt Dennis Thering, „Ich könnte mir vorstellen, dass dem Senat die Zahlen nicht gefallen.“ Der CDU-Politiker befürchtet, dass die Zahlen geschönt werden. „Wir werden das Ergebnis sehr genau prüfen“, kündigt Thering an.



Klar ist: Die Stadt zählte nach dem Umbau bereits zweimal, obwohl nur eine Zählung notwendig ist. Grund: Die erste Erhebung fand am Donnerstag vor Karfreitag statt. Laut Behörde einem Tag „mit sehr starken Verkehrsaufkommen.“
Um Werte für einen üblichen Donnerstag zu bekommen, wurde Mitte April noch einmal gezählt. Die CDU ist sich bereits jetzt sicher, dass es ein klares Ergebnis gibt. „Anwohner der Semperstraße berichten uns von einem deutlichen Verkehrsanstieg“, sagt Dennis Thering. Werden die Verkehrsinseln abgebaut und das Abbiegeverbot in die Gertigstraße aufgehoben, wird auch die Bushaltestelle wieder an die Kreuzung verlegt. Baustellen am Mühlenkamp wären programmiert.

Wochenblatt-Video ab Mittwoch auf: www.hamburger-wochenblatt.de und facebook
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