Jarrestadt: Rhythmen, die den Kopf befreien

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Leidenschaftliche Trommlerin: Kursusleiterin Kerstin Passoth mit Kpanlogo Trommel (2.v.l.) im Kreis ihrer Teilnehmerinnen Foto: Flüß
Hamburg: Jugendtreff Jarrestadt |

Kerstin Passoth unterrichtet im Jugendtreff das Kpanlogo-Trommeln. Anfänger willkommen

Von Miriam Flüß
Winterhunde „Bum bum pata pata“ singt Kerstin Passoth vor und schlägt dazu den Rhythmus. „Bum bum pata pata“ klingt es aus ihrem Schülerkreis zurück. Jeden zweiten Dienstag wird im Jugendtreff Jarrestadt die Trommelsprache gesprochen, wenn Kursleiterin Kerstin Passoth ihre mit Antilopenfell bespannten Kpanlogo-Trommeln im Kreis aufbaut.

Zum rhythmischen Schlagen werden afrikanische oder indianische Chants oder Weltlieder gesungen. An dem afrikanischen Instrument beobachtet die Groß Borstelerin ein wachsendes Interesse: „Viele Menschen möchten etwas in der Gemeinschaft machen, aktiv und interaktiv werden und auch ein bisschen körperorientiert arbeiten.“ Trommeln sei dafür genau richtig, denn die Hemmschwelle sei gering. Man muss keine Noten lesen können und braucht auch sonst keine Vorkenntnisse. „In Afrika sagt man: Wer sprechen kann, kann auch singen. Wer laufen kann, kann auch tanzen und wer Hände hat, kann auch trommeln“, erzählt Passoth, die vor 25 Jahren mit dem Congaspielen begonnen an.
Die gebürtige Münchnerin verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Japan, wo sie ihr Faible für die Musik ferner Länder entdeckte. In Ghana, Nigeria und im Senegal vertiefte die 52-Jährige ihre Conga-Kenntnisse. Seit zehn Jahren unterrichtet Kerstin Passoth in Winterhude.
„Ich bin hier das Urgestein“, sagt Marion Eisenträger lachend. Die 65-jährige Winterhuderin dachte, sie sei „zu alt dafür“, als sie vor fünf Jahren aufgrund ihrer Liebe zu Percussions mit dem Trommeln begann. „Ich mag die Energie, die mich dabei durchfließt und finde es spannend, wenn neue Rhythmen einstudiert werden.“ Dass ohne Leistungsdruck gelernt wird, schätzt Marion Eisenträger besonders. Eine meditative Stimmung entsteht beim gleichmäßigen, warmen Klang der Kpanlogo-Trommeln aus Ghana und dem indianischen Chant, den die Gruppe dazu singt. „Mir ist es wichtig, dass der Kurs ein bisschen wie Wellness ist“, so Kerstin Passoth. „Die Seele soll mitschwingen und es soll Spaß machen.“ Entspannung nach einem anstrengenden Tag, den Kopf frei machen und „die Festplatte einmal löschen“ ist auch ihren Schülern im Alter zwischen 35 und 75 Jahren wichtig.

Marcus Andresen ist seit einem Jahr dabei und hat sich aufgrund seines langen Körpermaßes gleich eine eigene, etwas größere Trommel angeschafft: „Man muss vom Alltag loslassen, sonst wird das nichts.“ Dass Anfänger aus dem Rhyhtmus kommen gehört für Passoth dazu: „Es ist wichtig zu lernen, wie der Rhythmus geht und wie ich wieder reinkomme“, sagt sie. „Man erschließt sich beim Trommeln seine körpereigene Rhythmik.“ Ein neuer Anfängerkurs findet einmal im Monat dienstags statt, Informationen auf
www.trommelschule-hh.de.
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