Umstrittenes Bauprojekt in Winterhude

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Freuen sich auf neue Nachbarn: Inge Buhk (70, v.l.n.r.), Claudia Kröger (37) und Daniela Stürmlinger (58) Foto: flü
Hamburg: Dorotheenstraße 10-16 |

Die neu gegründete Initiative „Winterhude für Alle" ist für die Nachverdichtung in der Dorotheenstraße. Sie fordern bezahlbaren Wohnraum für alle Einkommensschichten

Miriam Flüss 
Winterhude
„Wir normalen Winterhuder Bürger wollen auch gehört werden“, melden sich Claudia Kröger und Daniela Stürmlinger zu Wort. Zusammen mit rund 20 weiteren Mitstreitern machen sie sich für die Nachverdichtung des Grundstückes Dorotheenstraße 10 bis 16 stark. Hier plant die Robert Vogel KG 109 neue Wohnungen – und hat damit die Bürgerinitiative „SOS Mühlenkampkanal“ auf den Plan gerufen, die seit Mitte August Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen das Projekt sammelt (das Wochenblatt berichtete).

Initiative für Bauprojekt

„Ein Viertel für alle und mehr bezahlbaren Wohnraum in Winterhude“ wünschen sich dagegen Claudia Kröger und Daniela Stürmlinger. Claudia Kröger wohnt seit zwei Jahren in einem der Hochhäuser am Mühlenkampkanal. Von den Bauarbeiten und der Nachverdichtung wäre sie als Anwohnerin direkt betroffen: „Die Tiefgarage ist extrem sanierungsbedürftig und müsste sowieso gemacht werden. Dann können gern auch Häuser darauf gesetzt werden! Wenn man in der Stadt leben möchte, nimmt man doch eine enge Nachbarschaft in Kauf.“

Günstige Mieten

Das wichtigste Argument ist für die 37jährige aber die für Winterhude vergleichsweise günstige Miete, die für fünf Jahre unter 9 Euro pro Quadratmeter liegen soll: „Hier soll Wohnraum für alle Gruppen und Menschen entstehen. So bleibt die Vielfalt erhalten. Die niedrige Miete ist eine Kampfansage an den Mietenspiegel und ein klares Signal gegen Gentrifizierung.“ Claudia Kröger rechnet vor, dass es auch bei stufenweiser Mieterhöhung nach den gesetzlichen Regelungen 17 Jahre dauern würde, bis die Miete das Niveau des derzeitigen Mietenspiegels erreicht hätte. Den Wegfall der Grünfläche sieht die Gruppe nicht kritisch, da der Rasen bisher sowieso nicht genutzt worden sei. „Hamburg ist eine enorm grüne Stadt, Nachverdichtung wären auch anderswo noch möglich“, findet Daniela Stürmlinger. „Wir sind eine wachsende Stadt und brauchen Lebensraum für kompetente Köpfe.“ Positiv bewertet die Initiative außerdem, dass mit dem Neubauprojekt drei neue öffentliche Zugänge zum Kanal geplant sind. „Somit kann in Zukunft die Einzigartigkeit der Kanäle besser erlebt werden“, freut sich die Initiative, die das Projekt auf Facebook.com/winterhudefueralle diskutiert.

Weitere Infos auf Facebook: Winterhude für Alle

Weitere Infos: Initiative SOS Mühlenkampkanal

Lesen Sie auch: Streit um Bauprojekt Mühlenkamp
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1 Kommentar
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Matthias Kleinert aus Barmbek | 12.09.2017 | 13:45  
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