Willkommenskultur in Barmbek wächst

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Zeigte sich von „Welcome to Barmbek“ begeistert: Bezirksamtsleiter Harald Rösler
 
Der Andrang war groß: Auch zum Informationsabend am 18.3. kamen viele neue Interessierte
Hamburg: Gemeinschaftsraum des Autofreien Wohnprojekts |

Viele Menschen begeistern sich für die Initiative „Welcome to Barmbek“– auch Bezirksamtsleiter Rösler sagt Unterstützung zu

Beeindruckt und hochinteressiert zeigte sich Bezirksamtsleiter Harald Rösler am vergangenen Mittwoch auf einem Informationsabend der Initiative „Welcome to Barmbek“. Die Art der Zusammenkunft und die Form der Mitgliedergewinnung seien etwas völlig anderes als das, was er bisher von ähnlichen Initiativen kenne, die Internet und E-Mail dafür nicht so konsequent und professionell nutzen würden.
Der Andrang ist weiterhin groß. Fast 40 neue Interessierte kamen in den Gemeinschaftsraum des Autofreien Wohnprojekts in der Saarlandstraße, um sich zu informieren. Dabei ist die Vielfalt der Freiwilligen etwas Besonderes, wie auch Rösler bemerkte. Mitmachen wollen Frauen und Männer, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Studierende, Berufstätige, Arbeitssuchende und Senioren. Die Initiatoren Evi und Stephan Peiffer sind auch heute noch überrascht, wie viele Barmbekerinnen und Barmbeker sie mit ihrer Idee begeistern. Ursprünglich wollten sie nur ein positives Zeichen setzen, als sich im vergangenen Oktober die Unterbringung von Flüchtlingen in einer leeren Fabrikhalle am Wiesendamm anbahnte. Doch schon zum ersten Treffen kamen 70 Personen.

Mittlerweile haben sich fast 500 Menschen in den Mailverteiler eingetragen. In Barmbek entsteht dadurch eine Willkommenskultur, die nach Einschätzung von Bezirksamtsleiter Rösler Vorbild für andere Stadtteile sein kann. Er lobte vor allem die Art und Weise, wie „Welcome zu Barmbek“ sich formiert. Verschiedene Arbeitsgruppen beschäftigen sich z.B. mit Sachspenden, Sprachförderung, Sportangeboten oder Öffentlichkeitsarbeit. Vor dem direkten Kontakt mit Flüchtlingen erhalten die Freiwilligen zudem eine eigens entwickelte Qualifizierung. Der Andrang ist auch hier groß: Zur ersten Schulung lagen 110 Anmeldungen vor, nur knapp die Hälfte konnte eine Zusage erhalten.

Für Interessierte ist jetzt der optimale Zeitpunkt zum Einstieg. „Unsere Strukturen beginnen gerade erst zu greifen, vieles ist noch im Werden“, so Mitbegründerin Evi Peiffer. Bei einem so schnell gewachsenen Netzwerk aus 500 Menschen muss derzeit auch das Selbstverständnis der Initiative auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Klar ist, dass „Welcome to Barmbek“ eine unabhängige, überkonfessionelle und überparteiliche Schnittstelle zwischen Staat und Bevölkerung sein soll. Es geht neben der Information betroffener Anlieger um einen gestaltenden Einfluss auf die Flüchtlingsunterkünfte vor Ort. Vor allem aber sollen Flüchtlinge bei der Integration in den Stadtteil unterstützt werden.

Erste Früchte trägt die Arbeit der Initiative in der Flüchtlingsunterkunft am Tessenowweg. Wer möchte, kann sich hier schon konkret engagieren. Gesucht werden z.B. noch Männer zur Betreuung der Teestube. Einbringen will sich „Welcome to Barmbek“ aber auch in den weiteren Flüchtlingsunterkünften, die derzeit in Barmbek entstehen, etwa in der Heinrich-Hertz-Straße oder am Holsteinischen Kamp. Die Unterbringung der vielen Flüchtlinge ist das Thema, das vom Bezirksamt laut Harald Rösler derzeit am dringendsten zu bewältigen ist. Als nächstfolgenden Schritt gehe es um Integration. Hier passe „Welcome to Barmbek“ wunderbar. Entsprechend sagte der Bezirksamtsleiter der Initiative auf dem Informationsabend seine Unterstützung zu, beispielsweise in Form von Sachmitteln für die derzeit entwickelten Sprachkurse.

Wer „Welcome to Barmbek“ kennenlernen oder sich einbringen möchte, schreibt eine E-Mail an mail@welcome-to-barmbek.de. Dadurch wird er in den Verteiler aufgenommen und erhält Informationen darüber, wann Treffen stattfinden, wo Freiwillige gesucht werden und welche Sachspenden man benötigt. Es besteht kein Zwang, ein dauerhaftes Engagement zu übernehmen, auch punktuelle Hilfe oder Sachspenden sind willkommen. Weitere Informationen finden sich auch unter www.welcome-to-barmbek.de und bei facebook.
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