Geld oder Bürgernähe, was zählt mehr?

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Es passiert immer wieder in Winterhude: Autofahrer parken ihr Fahrzeug ordnungsgemäß am Stadtpark. In dieser Jahreszeit kommt es vor, dass eine Gartenbaufirma Bäume beschneiden muss. Da stören dann die geparkten Autos. So richtet die Firma mit Genehmigung der Polizei eine Halteverbotszone ein. Dazu muss sie eine Frist von 72 Stunden einhalten. Das ist sehr kurz für Bürger, die ihr Fahrzeug nicht täglich bewegen. Was dann geschieht ist folgendes. Die Gartenbaufirma rückt mit ihrem Kranwagen an, ruft die Polizei (PK 33) zu Hilfe. So weit so gut. Der Streifenwagen kommt und nun müssen die Autos da weg. An dieser Stelle hat der Beamte folgende Möglichkeiten.
Er kann den Fahrzeughalter verständigen, indem er ihn anruft (falls die Nummer bei der Dienststelle erfragbar ist) oder an der Haustür klingeln, wenn der Halter in Sichtweite wohnt.
Alternativ kann er den Abschleppdienst anrufen und das Fahrzeug zum "Autoknast" nach Tiefstack bringen lassen.

Im ersteren Fall - sofern machbar -ist das Fahrzeug wohl innerhalb weniger Minuten entfernt und das Problem gelöst. Im zweiten Fall dauert es eine Stunde oder mehr bis der Platz geräumt ist.
Die Beamten des PK 33 entscheiden sich grundsätzlich für das Abschleppen. Den Halter zu verständigen, dazu sind wir nicht verpflichtet, sagen auf Befragen drei Beamte vom Wiesendamm. Einer bemerkt noch „Die Stadt braucht Geld“. Für den Fahrzeughalter wird es teuer: 257,82 Euro für das Abschleppen und 163,74 Euro für “1 Stück LKW-Wartezeit“ berechnet durch die Gartenbaufirma. Macht zusammen 421,56 Euro. Facit: Der Schaden für den Bürger ist hoch, Schadensbegrenzung ist wohl nicht Aufgabe der Polizei. Bürgernähe kann man auch anders verstehen.

Dipl.-Ing. K.A. Fuisting
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 04.02.2016 | 10:13  
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