Hamburger Polizei auf allen Kanälen

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Das SMT-Team: Kay Metzke (v.l.), Tobias Greve, Julia Kühl und Kristian Fehrmann Foto: Polizei Hamburg
 
Sonnenuntergang in der Stadt: Dieses Foto bescherte der Hamburger Polizei etwa 6.000 Facebook-Abonnenten Foto: Polizei Hamburg
Hamburg: Bruno-Georges-Platz |

Ein Jahr Social Media Team: Immer mehr Abonnenten auf Facebook

Von Thomas Oldach
Hamburg-Winterhude
Sie sind zwar nur noch selten „auf der Straße“ unterwegs, aber trotzdem ständig dabei und ganz dicht dran an den Bürgern. Und das von einem Büro am Bruno-Georges-Platz aus. Denn dort haben im Zeitalter der digitalen Kommunikation längst auch die Gesetzeshüter ein neues Kapitel aufgeschlagen – und das heißt Interaktion via Facebook und Twitter.

Social Media Team seit Januar 2016


Seit Januar 2016 wurden die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken intensiviert, seit April 2016 gibt es das Social Media Team (SMT) der Hamburger Polizei. Alles, was für die soziale Netzwelt relevant sein könnte, wird online gestellt – „gepostet“, wie es heute heißt. Jeden Tag wählt das SMT aus der Flut von Polizeimeldungen die besten aus und bereitet sie für Facebook und Twitter auf. Der thematische Schwerpunkt liegt auf Präventionsgeschichten, bei Zeugenaufrufen und der Öffentlichkeitsfahndungen. Keinesfalls sollen Twitter und Co. aber eine Art zweiten Notruf-Kanal eröffnen: „Keine Anzeigen, keine Notrufe, keine Hinweise. In Notfällen immer per Telefon die 110 wählen.“

Transparenz zeigen


Das sagt der Gründer der ersten Stunde des SMT-Teams, Tobias Greve. Der Kriminalhauptkommissar, der zwölf Jahre lang als Ermittler – vorwiegend im Bereich Schwerkriminalität – im Einsatz war, ist der SMT-Chef: „Auch die Polizei muss im digitalen Zeitalter mithalten können, Transparenz auf allen Kanälen zeigen.“ Der 36-Jährige liebt seinen Job: „Wir leisten hier für Hamburgs Polizei so etwas wie Pionierarbeit, bauen im Team etwas auf, was es bis vor einem Jahr so noch nicht gab. Ein tolles Projekt!“

Regeln für Nutzer


Für die Nutzer gibt es einige wenige Richtlinien: Das SMT lässt auch Kommentare zu, wenn sie nicht die Auffassung der Polizei widerspiegeln oder sachliche Kritik enthalten. Rassistische, sexistische, unsachliche, beleidigende oder in ähnlicher Form unangebrachte Kommentare oder Tweets werden jedoch nicht toleriert und auch strafrechtlich verfolgt. Facebook-Kommentare dürfen außerdem keine Aufrufe zu Gewalt, personenbezogene Daten, obszöne Sprache, Werbung oder (aus Sicherheitsgründen) Links auf andere Internetseiten enthalten. Inwiefern Kommentare gegen diese Richtlinie verstoßen, entscheidet das SMT. „Auf diesem Weg soll die Qualität der Diskussionen in den sozialen Netzwerken auf hohem Niveau gehalten werden“, sagt Greve. Zumal fast 1000 Kommentare innerhalb von zwei Wochen einlaufen – „nur“ 16 davon mussten gelöscht werden. „Bei Twitter nutzen 80 Prozent unserer Follower die App mit ihrem Smartphone“, sagt Greve. Inzwischen wird die Facebook-Seite von mehr als 58.000 Nutzern abonniert, bei Twitter hat die Polizei mehr als 74.000 Follower. Tendenz: steigend. Kein Wunder, dass die Polizei jetzt prüft, ihr Social-Media-Engagement auch auf Instagram oder sogar Snapchat auszudehnen. Einen eigenen Youtube-Kanal gibt seit wenigen Tagen.

OSZE-Gipfel und G20-Gipfel


Die erste große Bewährungsprobe für das aktuell vierköpfige Team war zweifellos der OSZE-Gipfel in Hamburg am 8. und 9. Dezember. „Da waren wir hier rund um die Uhr im Einsatz, wurden von Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet unterstützt“, sagt Greve. Das nächste Großereignis steht bereits vor der Tür: Der G20-Gipfel am 7. und 8. Juli. Dann werden bis zu 30 Polizisten aus nahezu allen Bundesländern ins SMT eingebunden – eine Mega-Aufgabe, für die schon seit Wochen die Vorbereitungen hinter den Kulissen laufen. Bis dahin gehen alle aber noch ihrem normalen Alltagsgeschäft nach. Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr filtert das SMT Hassnachrichten heraus, verbreitet wichtige Neuigkeiten – danach übernimmt der Lagedienst die Moderation, an der tagsüber auch Kristian Fehrmann (38, Polizeioberkommissar, zuvor auf Streife im PK 31 unterwegs, seit Januar beim SMT) und Kay Metzke (35, Polizeioberkommissar, zuvor im Einsatzstab am PK 16 tätig) beteiligt sind.

Server ging in die Knie


Und dann ist da noch Julia Kühl. Die Polizeioberkommissarin, die zuvor auf Streife in Winterhude und St. Georg unterwegs war, gehört ebenfalls zur SMT-Startcrew. Die 34-Jährige war es, die fast für einen Server-Zusammenbruch sorgte, als sie ein von ihr aus einem Polizei-Hubschrauber während des OSZE-Einsatzes gemachtes Foto von einem Sonnenuntergang über Hamburg online stellte. Innerhalb weniger Tage bescherte das Foto der Polizei rund 6000 zusätzliche Facebook-Abonnenten. Die Kommunikations-Schiene funktioniert also.

Hamburgs Polizei auf allen Kanälen


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