Sport im Stadtpark oder der Ball ist nicht rund (1)

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  Hamburg: Stadtpark | Wer sich regelmäßig im Stadtpark aufhält, kann auch in der deutschen Sportmonokultur den Eindruck gewinnen, ein Ball sei gar nicht rund sondern, ein ellipsoides Sportgerät. Überall im Park betätigen sich regelmäßig Enthusiasten, die ein ovales Sportgerät benutzen. Samstag den 29ten August waren es die „Hamburg Dockers“.

Man kann die „Dockers“ in ihren ärmellosen, lilafarbenen Trikots an diesem herrlichen Sommertag nicht übersehen. Trotz eines großen Volleyballturniers und diversen Fußballmatches haben die Australian Football Spieler das absolut größte Spielfeld in der Mitte der Festwiese markiert. Es erstreckt sich nahezu einmal quer über die Wiese und ist genauso oval wie der Ball. An den Spitzen des Ovals sind jeweils vier Stangen in den dichten Rasen gerammt. Schon kurz nach Spielbeginn ist klar: Ziel des Spiels ist es, den Ball durch diese Stangen, bevorzugt durch die beiden mittleren, zu kicken. Es sind leider die Gäste aus München, die schon nach zwei Minuten ein Goal, erzielen und dafür sechs Punkte erhalten.

Auf dem Platz gehen die je 16 Dockers und Kangaroos nicht gerade zimperlich mit einander um.
„Australian Football ist eine Vollkontakt-Sportart. Der Ballbesitz ist zu jeder Zeit vakant bzw. umstritten...“, heißt es bei Wikipedia. Tatsächlich wird zu jeder Zeit heftig um den Ball gekämpft. Spieler werden durch Tacklings gestoppt und am Boden wird heftig um den Ball gerungen. Besonders spektakulär sind die Zweikämpfe in der Luft, die nicht selten in beeindruckenden Stürzen enden. „Ein Männersport“ kommentiert eine Zuschauerin einen besonders intensiven Luftkampf. Ein soeben ausgewechselter Spieler erklärt schwer atmend: „Man darf nicht oberhalb der Schultern angreifen und nicht von hinten.“ Wann genau ein Angriff „von hinten“ erfolgt, erschließt sich aber auch nach 60 Minuten zuschauen nur Insidern. In diesem Spiel der Australian Football League Germany kommt es aber trotz großem Ehrgeiz auf beiden Seiten zu keiner ernsthaften Verletzung.

Durch den Einsatz von gleich vier Schiedsrichtern wird die Einhaltung des offensichtlich komplexen Regelwerks gewahrt. Was im Profifußball die Torlinientechnik sichert, gewährleisten hier zwei Schiedsrichter hinter den Torpfosten.

Das Spiel ist in Viertel aufgeteilt. Die beiden ersten Viertel werden von den Gästen dominiert. Beide Teams rufen sich Kommandos auf englisch zu, auch in den Pausen wird englisch gesprochen.
Die Münchner verstehen es besser den Ball schnell über den Platz zu treiben. Wahlweise durch Kicks aus der Hand oder durch geschicktes Passspiel: Beim Passen wird der Ball allerdings geschlagen. Das Werfen, also Führen mit der Hand, ist verboten. Ein ums andere Mal gelangen die Münchner schnell vor die Goalstangen und können mit sechs Punkten abschließen. Die Gastgeber hingegen vergeben etliche Chancen oder schießen an den mittleren Stangen vorbei und müssen sich mit einen Punkt begnügen.

Trotz eines guten dritten Viertels in den die Hamburger sogar nochmal in Führung gehen. sind es die Kangaroos, die schließlich deutlich mit 45 punkten Vorsprung gewinnen. So ungewohnt wie der Sport ist auch die typische Notation des Ergebnisses:

Hamburg Dockers 5.13 (43) - Munich Kangaroos 14.4 (88).

Insgesamt ein spannendes Spiel und ein interessanter Mannschaftsport für Athleten sowohl mit dem Ball aus auch mit dem Körper arbeiten möchten. Weitere Infos: http://www.hamburg-dockers.de/.
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